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Julian Draxler: Ein mögliches Vorbild für Götze?

Erstes Ligaspiel – Tor Draxler. Erstes Pokalspiel – Tor Draxler. Erster Auftritt in der Champions-League – Barcelona mit 4:0 weggeprügelt und natürlich: Tor Draxler. Einen besseren Einstand hätte sich Paris St. Germains Winterneuzugang Julian Draxler wohl nicht wünschen können. Statt in Wolfsburg mit Mario Gomez und Maxi Arnold mühsam gegen das Abrutschen auf die Abstiegsränge zu kämpfen, darf er Seite an Seite mit Angel di Maria und Edinson Cavani vom Champions-League-Titel träumen. Dass das eine Extramotivation für einen Spieler darstellen dürfte – geschenkt. Aber ist es so einfach?

Schon der Abschied aus Schalke machte einiges klar

Sein Abschied vom FC Schalke 04, für den Draxler immerhin 14 Jahre lang spielte, erschien bereits seltsam. Er wollte ein Umfeld, in dem er befreit Fußball spielen konnte, in Schalke wurden ihm die Lasten auf den Schultern zu groß. Wie immer man als (insbesondere Schalke-) Fan darüber denken mag, Draxler verspürte den Drang, sich zu verändern, um sich fußballerisch weiterzuentwickeln.

Dass es der VfL Wolfsburg wurde statt beispielsweise dem FC Arsenal London zeigte dabei nicht nur, dass man in Wolfsburg nicht gerade schlecht verdient, sondern auch, dass Draxler sich den großen Schritt noch nicht zutraute.

Die andere Form von „Druck“ in Wolfsburg

In Wolfsburg geriet er dann jedoch in eine Mannschaft, die seit dem Abgang von Kevin de Bruyne einen Organisator des Spiels vermissen ließ, sich zwar mit qualitativ hochwertigen Spielern verstärkte, die jedoch alle nicht richtig einschlagen wollten. Plötzlich war der Druck wieder auf Julian Draxler, der, man muss es sich vor Augen führen, immer noch erst 23 Jahre alt ist.

Der Wechsel zu Paris St. Germain ist zwar ein Wechsel in einen anspruchsvolleren Kader, wo Draxler mehr um seinen Platz kämpfen muss als zuvor. Aber als Teil des Mannschaftsgefüges sinkt der Druck auf seinen Schultern, weil er nicht im absoluten Fokus steht. So gering der Druck halt sein kann, wenn man für kolportierte 36 Millionen Euro gekauft wird. Draxlers Verhalten bei Wolfsburg war dabei insbesondere im letzten halben Jahr zwar sicherlich nicht allzu fleckenfrei. Doch seinen Leistungsunterschied allein mit einer veränderten Einstellung zu erklären, ist zu leicht.

Wenn Druck einen Namen hat: Mario Götze

In Deutschland ist Draxler mit seinen sportlichen Problemen als einst gefeiertes Talent kein Einzelfall. Mario Götze tut sich in Dortmund nach wie vor schwer, wieder richtig Fuß zu fassen und wurde wochenlang nur sporadisch eingesetzt, ehe kleinere Verletzungen ihn zusätzlich auszubremsen schienen.

Auch auf Götze lastet seit jeher eine Erwartungshaltung, die Druck erzeugt. Drei Jahre lang versuchte er, den Erwartungen in München gerecht zu werden. Danach ging es zurück zum BVB, wo er jedoch nicht mehr als 18-jähriges Vereinstalent auftritt, sondern als 24-jähriger Welt- und fünffacher Deutscher Meister, der bei vielen Fans jahrelang in Ungnade gefallen war. Wenn das mal kein Druck ist.

Schritt ins Ausland als logische Konsequenz?

Bis heute bleibt es fraglich, ob Götze wirklich als Wunschspieler Tuchels oder vor allem aufgrund alter Beziehungen vom BVB zurückgenommen wurde. Kann er sich jedoch weiterhin nicht durchsetzen, muss auch er sich überlegen, ob ein Schritt ins Ausland eine sinnvolle Lösung wäre.

Der mediale Fokus auf ihn kann nur geringer werden, und auch wenn der Konkurrenzkampf in einer internationalen Top-Mannschaft von einem ähnlichen Niveau wäre wie in Dortmund und München, könnte er eine zusätzliche Motivation und Befreiung durch einen richtigen Luftwechsel erzeugen. Bei Julian Draxler scheint es zu funktionieren.

 

 

 

 

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Der BVB ein Spiel ohne Südtribüne: Eine angemessene Strafe?

Die Südtribüne in Dortmund ist eine der wohl eindrucksvollsten Fan-Erscheinungen Europas. Eigentlich. Doch letzten Samstag geriet sie durch einige Idioten in Verruf.  Der Kontrollausschuss fordert nun neben einer Geldstrafe von 100.000 Euro für den Verein auch einen Komplettausschluss der Südtribüne für eine Begegnung. Der Aufschrei unter den betroffenen Fans ist nun groß. Zurecht?

Die Plakatsituation: Zensur von Geschmacklosigkeit

Bilder von den aufgehängten Plakaten auf der Südtribüne haben sich inzwischen wohl überall verbreitet. Und es ist auch deutlich, dass die Medien und Verbände immer dasselbe Plakat, welches sich gegen Ralf Rangnick richtete, als Beispiel für das Level an Geschmacklosigkeit hervorheben. Ein Plakat allein könne ja nicht zu so einem Urteil führen. Das ist richtig. Dass tut es aber auch nicht.

Zum Einen wurden eben zahlreiche weitere Plakate an diesem Tag auf der Südtribüne präsentiert. Die meisten laufen dabei wohl unter „normaler Fansprache“. Doch das bedeutet nicht, dass die wüste, stumpfe Beschimpfung von Einzelpersonen per Plakat als ein Grundrecht anzusehen ist, welches im Sinne von „Freier Meinungsäußerung“ zu beschützen wäre. Ehrlich gesagt verdient allein die Stumpfheit der Plakate eine Strafe. Die mangelnde Kreativität. Wirklich.

Die Dortmunder Fans haben, wie zahlreiche andere schon desöfteren bewiesen, wie man kreative Ideen durch Plakate ausleben kann. Witzige, kluge Inhalte vermitteln. So seine Kritik äußern. Die Plakatsprache am vergangenen Samstag war lediglich eine stumpfe Wand des Hasses, mit Drohungen gegen Verantwortliche und Seitenhiebe gegen Polizisten. Nichts Neues? Ja. Gibt es bei anderen Spielen auch? Ja. Aber es war am Samstag schließlich nicht nur das.

Bewährung versiebt

Es ist erst knapp über ein halbes Jahr her, dass der BVB wegen einiger Fan-Vergehen auf Bewährung verurteilt wurde. Diese wäre bis Ende Mai 2017 gelaufen. Bestraft wurden damit pyrotechnische Vorfälle aus den Bundesligapartien gegen Leverkusen und Bayern sowie dem DFB-Pokalfinale gegen Bayern inklusive eines Vorfalls beim DFB-Pokalspiel gegen den VfB Stuttgart, wo die Fans mit Tennisbällen mehrere Unterbrechungen erzwungen hatten.

Nicht nur bei der Partie gegen Leipzig kam es jetzt erneut zum Einsatz von Pyrotechnik. Die jetzt erfolgte Strafe bezieht sich wohl auch noch auf weitere Vorfälle dieser Saison gegen Mainz, Hoffenheim und aus dem Hinspiel in Leipzig. Das heißt man redet dann darüber, dass seit vergangenem Sommer, wo bereits das Fehlverhalten aus vier Partien auf Bewährung sanktioniert wurde, weitere vier Partien Anlass zu neuen Diskussionen gegeben haben.

Das Problem der Kollektivstrafe der Südtribüne

Dennoch. Kollektivstrafen sind immer problematisch. Ein Großteil der Anhänger, die, falls der BVB das Urteil akzeptiert, eine Partie verpassen, haben mit den Plakaten und der Pyrotechnik wenig bis gar nichts am Hut.

Dennoch ist der DFB auch irgendwann gezwungen, ein Zeichen zu setzen. Das konsequente Ignorieren der Bewährung durch einige Fans führte zwangsläufig zu einem harten Urteil. Das viele BVB-Fans dass unfair finden, ist völlig verständlich. Der Adressat sollten aber da die eigenen Fans sein statt dem DFB. Ausnahmsweise. Denn der BVB findet es sicher auch unfair, dass er 100.000 Euro zahlen muss, weil einige Menschen sich nicht benehmen können.

Erhöhung der Bewährungsstrafe

Das bloße Bestrafen durch eine Geldstrafe hätte fraglos keinerlei Signalwirkung gehabt. Dass die Bewährungsstrafe, die eigentlich nur einen Teilausschluss der Südtribüne vorsah, jetzt zu einem Komplettausschluss führen könnte, ist angesichts der gehäuften Ereignisse fast schon nicht zu verhindern, wenn auch der mediale Druck dabei ebenfalls eine Rolle gespielt haben könnte.

Konsequenterweise nicht bestraft werden die Ereignisse außerhalb des Stadions, die Polizeisache bleiben, den Eindruck des Tages jedoch nicht verbessert haben.

Akzeptieren statt Protestieren

Aus dem Fall könnte man im Fußball auch einiges lernen, wenn man es will. Zum Beispiel, dass bestimmte Äußerungen, auch wenn man sie in vielen anderen Partien von Fans hört, dadurch nicht automatisch in Ordnung sind. Dass man wieder und wieder den Widerspruch aufzeigt zwischen einer großen Betroffenheit der Fans bei Themen wie Depressionen und Rassismus und der dennoch folgenden Akzeptanz für diskriminierende und beleidigende Plakate. Dass man dabei nicht aufhört gegen Veränderungen im Sport zu protestieren, aber in intelligenten, kreativen Wegen.

Protest gegen Leipzig und gegen den Kommerz im Sport ist in der Fanszene akzeptiert. Die Mittel dafür müssen jedoch behutsam gewählt werden. Denn die Entscheidungen, wie sich der Fußball entwickelt, werden am Ende des Tages nicht nur von der Fanszene getroffen. Und stumpfer Hass ist nie eine gute Verhandlungsgrundlage.

 

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Wayne Rooney ist einer dieser Spieler, die seit Jahren nicht unumstritten sind. Dabei ist seine Statistik beeindruckend. Gestern krönte er seine Karriere weiter, indem er seinen 250. Pflichtspieltreffer für Manchester United erzielte. In der 94. Minute. Zum 1:1-Ausgleich gegen Stoke City. Per Traumtor.

Damit überflügelte er United-Legende Sir Bobby Charlton und ist nun alleiniger Rekordtorjäger von Manchester United. Kann man machen!

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Fünf Prognosen zur Rückrunde…+1

Heute geht’s wieder los. Naja, nicht mit der Rückrunde der Fußball-Bundesliga. Aber mit dem letzten Spieltag der Hinrunde. Quasi Rückrunde+1. Die Trainingslager sind absolviert, und was gibt es schöneres, als nach einem verpatzten Hinrundenenderückrundenauftaktspiel nächste Woche noch einmal panisch auf dem Transfermarkt zu reagieren. Es gibt jedoch Dinge, die bereits feststehen. Behaupte ich mal. Wie zum Beispiel:

1. Borussia Dortmund wird noch Zweiter

Neun Punkte auf Rasenball Leipzig sind viel Holz – und der Neuling machte in der Hinrunde kaum Anstalten, vom Champions-League-Kurs abzuweichen. Erst gegen Ende kamen die ersten Niederlagen. In der Rückrunde werden die Gegner besser auf Rasenball eingestellt sein. Dazu kommt, dass der BVB nach dem ausgiebigen Personalaustausch im Sommer nun erst richtig warm werden könnte – eine verletzungsfreie Zeit von Marco Reus und Aubameyang vorausgesetzt. Ob sich Götze und Schürrle jedoch für den Verein von wirklichem Wert erweisen werden oder nach wie vor von Youngstern wie Dembélé ausgestochen werden ist nicht zu prognostizieren. Helfen würde es jedoch bei der Mission Vizemeisterschaft. Dortmund wird zur Einheit und erreicht Platz 2 noch – trotz Mehrfachbelastung, die bei den Rasenballern ausbleibt.

2. Ingolstadt und Darmstadt bleiben auf 17 und 18

Letztes Jahr gelang es den beiden Außenseiterteams noch, die Klasse zu halten. Der VfB Stuttgart staunte sich darüber gleich in die Zweite Liga hinab. Diese Saison sieht es für die beiden Teams deutlich schlechter aus. Darmstadt 98 gibt Spielern eine zweite Chance auf eine Bundesligakarriere, um sich für andere Vereine zu empfehlen. Mit dieser Strategie muss man jedoch damit rechnen, Jahr für Jahr seine Mannschaft neu aufstellen zu müssen. Ein Risiko, das diese Saison nicht aufgeht. Es sei denn, Sandro Wagner kommt kurzfristig als Retter zurück.

Ingolstadt spielte eine größtenteils furchtbare Hinrunde, um gegen Ende noch einmal durch Siege gegen Rasenball Leipzig und Leverkusen zu überzeugen. Dennoch reicht es am Ende nicht gegen die verstärkte Konkurrenz.

3. Mainz 05 stürzt ab

Mit Yunus Malli gehen 6 Tore und 7 Vorlagen von Mainz nach Wolfsburg. Kein anderer Mainzer Spieler ist ansatzweise so gefährlich und wichtig für die Mannschaft. Während es abzuwarten bleibt, ob Malli sich beim VfL Wolfsburg ins Leistungsloch anderer Stars einfügt, könnte der Transfer für Mainz verheerende Folgen haben. Die Suche nach einem Nachfolger läuft noch, jedoch dürfte es im Winterfenster schwer sein, adäquaten und sich schnell einfügenden Ersatz zu finden. Das dürfte das Offensivspiel lähmen und Mainz in Richtung der Abstiegsplätze schicken. Prognose: Sie werden 13.

4. Hoffenheim geht weiter auf CL-Kurs

„Was bist du denn für ein Spinner?“ fragte schon Roger Schmidt seinen Trainerkollegen Julian Nagelsmann von der TSG 1899 Hoffenheim. Der 29-Jährige übernahm die Mannschaft vergangenes Jahr mit einigen Vorschusslorbeeren – und es scheint, als ob ihm dieser Druck nichts ausmacht. Selbst nach 16 Spielen ist die TSG ungeschlagen, wobei die Bilanz mit 10 Remis schon kurios wirkt. In der Rückrunde kann Hoffenheim noch öfter die Big Points absahnen und schnappt sich Rang 4. Dann dürfen nicht nur Niklas Süle und Sebastian Rudy nächstes Jahr Champions League spielen.

5. Schalke 04 startet eine Aufholjagd

Mit fünf Niederlagen zum Saisonstart schien der Kurs bei Schalke 04 mal wieder in Richtung Chaos zu stehen. Doch diesmal blieb man ruhig und zerstörte die Hoffnung in das neu aufgebaute Umfeld um Christian Heidel und Markus Weinzierl nicht fahrlässig. Mittlerweile spielt die Truppe ansehnlichen Fußball, die teilweise erst spät zur Mannschaft gestoßenen Neuzugänge integrieren sich immer besser. Der Mix aus jungen Eigentalenten und guten Transfers könnte sich in der Rückrunde erst so richtig bezahlt machen, wenn Schalke die Aufholjagd in Richtung Europa startet. Die Europa League könnte drin sein.

Bereits vor zwei Saisons wagte man hier fünf Prognosen zur Rückrunde. Die Trefferquote damals: 5/5! Ich konnte es selbst kaum glauben, als ich gerade nachgesehen habe. Nun gut, nehmt euer Geld, wettet nur noch auf Grundlage dieser Prognose und im Sommer gibt’s dann ne Party.

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Die Engländer nutzen die Feiertage bekanntermaßen dazu, sich eine ordentliche Extraportion Fußball reinzufahren. So dürfte bereits Pep Guardiola nach der Niederlage gegen Klopps Liverpool am 31.12. ein relativ bescheidenes Silvester verbracht haben.

Giroud kopiert Mkhytarian

Olivier Giroud von Arsenal London dagegen wollte schon früh klarstellen, wer den Titel „Tor des Jahres“ abräumt. Im Neujahrsspiel gegen Crystal Palace kopierte er den erst kürzlich von Henrikh Mkhytarian fabrizierten „Scorpion Kick“ in einer verbesserten Variante.