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Das Achtelfinale – Recap Gruppe C und D

Kolumbien . Uruguay

Griechenland2Costa Rica

Gruppe C:

1. Kolumbien (9 Punkte, 9:2 Tore)
2. Griechenland (4 Punkte, 2:4 Tore)
3. Elfenbeinküste (3 Punkte, 4:5 Tore)
4. Japan (1 Punkte, 2:6 Tore)

Bester Torjäger der Gruppe C: James Rodriguez (3 Treffer)
Shootingstar der Gruppe: Juan Cuadrado (Kolumbien)
Must-Watch-Moment: Samaras schießt die Griechen in der 92. Minute des letzten Gruppenspiels per Elfmeter ins Achtelfinale – und wird anschließend sehenswert umgerissen beim Jubel.

Gruppe C war wohl die Wundertüte der Gruppen: Allen vieren wurden bestimmte Chancen eingeräumt weiterzukommen. In meiner Prognose sagte ich ja noch, dass ich nicht an die Griechen glaube. Dass sie mir mal wieder das Gegenteil beweisen müssten. Und was tun sie? Verlieren deutlich gegen Kolumbien (0:3), spielen schwach gegen Japan (0:0), und kriegen in der 92. Minute des letzten Gruppenspiels gegen die Elfenbeinküste plötzlich noch einen Elfmeter, schießen somit das 2:1 und kommen mit 4 Punkten und 2:4 Toren ins Achtelfinale. Auch das ist WM. Sie profitierten schließlich auch von der Schwäche der Japaner, die in der körperlich robusten Gruppe nicht zurecht kamen und ihre Torungefährlichkeit in großen Turnieren bei spielerische Stärke erneut unter Beweis stellten. Und von der Schwäche der Ivorer, die zum dritten Mal hintereinander in der Vorrunde scheiterten – dieses Mal allerdings mitnichten in einer Todesgruppe. Die WM-Karriere von Didier Drogba bleibt somit ohne ein große Highlights. Die Kolumbianer währenddessen zeigten sich auch ohne ihren Star Falcao in erwartbar sehr guter Verfassung und ziehen mit einer Karre voll Punkten ins Achtelfinale ein. Sie bringen einen Jackson Martinez von der Bank, auf dem Platz überragen Spieler wie James Rodriguez und Juan Cuadrado, angeführt von WM-Methusalem Mario Yepes und dem Detlef D! Soost Kolumbiens Pablo Armero.

 

Gruppe D:

1. Costa Rica (7 Punkte, 4:1 Tore)
2. Uruguay (6 Punkte, 4:4 Tore)
3. Italien (3 Punkte, 2:3 Tore)
4. England (1 Punkte, 2:4 Tore)

Beste Torjäger der Gruppe D: Luis Suárez (2 Treffer)
Unerwarteter Shootingstar der Gruppe: Die komplette Costa Ricanische Mannschaft um Bryan Ruiz und Joel Campbell.
Must-Watch-Moment: Luis Suárez gönnt sich vier Monate Urlaub:

Sinnbildlich für die Unvorhersagbarkeit einer WM ist die Gruppe D. Okay, ich kann immerhin herumrennen und behaupten, dass ich das Aus der Engländer bereits prognostiziert hatte. Da standen auch andere interessante Sachen drin: „Costa Rica hat das Potential, die Großen zu ärgern. Dafür muss aber auch vieles stimmen.“ Okay. Also es hat so einiges gestimmt. Und so ein bisschen geärgert haben sie die Großen dazu auch noch. Einem furiosen 3:1-Sieg gegen Uruguay folgte ein 1:0-Erfolg gegen Italien und selbst, als sie schon durch waren, hatten sie nicht so recht Lust, den Engländern ein Abschiedsgeschenk zu hinterlassen und konnten selbst hier einen Punkt einfahren (0:0). Damit ist Costa Rica Gruppensieger. Gruppensieger. Wie war das noch einmal mit der Wettquote auf das Finale Costa Rica – Honduras? Die hätten ihren Teil wenigstens erfüllt..
Die Engländer präsentieren sich gewohnt schlecht. Im Zielpunkt der Angriffe stand wie so oft Wayne Rooney, der sich als einziger gegen die Niederlage in Spiel 2 gegen Uruguay stemmte – leider ein wenig glücklos. So stand das erste Vorrunden-Aus seit 1958. Acht Jahre später wurden sie damals immerhin Weltmeister. Bei den Italienern stimmte nach dem guten Auftakt gegen England plötzlich nichts mehr, was vor allem der fehlenden Physis anzumerken war. Im Spiel gegen Costa Rica war Pirlo und Co. nach 50 Minuten anzumerken, dass sie ihre Kraftreserven beim Dolce&Gabbana-Shooting vergessen hatten. Highlight: Andrea Pirlo braucht zwei Stunden nach dem letzten Spiel bei der Dopingkontrolle. Aufgrund einer angekündigten Abschiedsrede warten alle Spieler respektvoll – nur Balotelli sitzt mit Kopfhörern bereits im Bus. Was Rooney bei England ist, ist Balotelli irgendwie bei Italien.
Nutznießer der Aussetzer der beiden europäischen Mannschaften war Uruguay, die sich nach der brutalen Auftaktniederlage gegen Costa Rica steigerten, dank Luis Suárez gegen England gewannen und dank Luis Suárez für den Aufreger des Turniers sorgen und dank Luis Suárez ab dem Achtelfinale einen Akteur weniger im Kader haben. Danke, Luis Suárez.

 

Das Achtelfinale

Kolumbien – Uruguay
Die Kolumbianer überzeugten in der Vorrunde. Allerdings auch gegen eher mäßige Gegner. Uruguay wird da schon ein anderer Maßstab sein. Fraglich, wie sie ohne Topstar und Superaggresso Suárez vorne agieren – gegen Costa Rica war die Variante mäßig erfolgreich. Das zweite Duell der Südamerikaner wird mit Sicherheit hitzig – und für alle, die Angst vor diesen Teams haben: Sie dezimieren sich gegenseitig. Der Gewinner des Duells spielt gegen den Gewinner von Brasilien – Chile. Nur eines der vier südamerikanischen Teams schafft es also ins Halbfinale. Aber es werden mit Sicherheit drei heiße Spiele. Kolumbien setzt sich gegen Uruguay durch und trifft dann auf den Gastgeber Brasilien.

Costa Rica – Griechenland
Na, wer hat noch alles auf diese Achtelfinalepartie gewettet? Mit dem großen Favoriten Costa Rica? Die Griechen griechen sich ins Achtelfinale und kriegen dann sogar noch einen Gegner, den sie irgendwie begriechen können um dann auch noch ins Viertelfinale einzuziehen. Nach der Vorrunde kann man Costa Rica als Favorit ansehen. Aber wie wohl sie sich in der Rolle fühlen, wird eine spannende Frage sein. Der Gewinner des Achtelfinals trifft entweder auf die Niederlande oder auf Mexiko. Es ist eigentlich quasi unvorhersehbar, wer von beiden Teams das sein wird. Nach meinem Kenntnisstand von vor zwei Wochen sollten beide zu diesem Zeitpunkt doch eigentlich gerade im Flugzeug gen Heimat sitzen. Stattdessen sitzen sie im Flugzeug nach Recife. Wenn Fußball fair wäre, käme Costa Rica weiter. Doch irgendwie glaube ich, dass es zu einem 0:1-Fußball-Spektakel kommt, bei dem man so richtig schlechte Laune bekommt.

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