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Das Achtelfinale – Recap Gruppe E und F

FrankreichNigeria

SchweizArgentinien

Gruppe E:

1. Frankreich (7 Punkte, 8:2 Tore)
2. Schweiz (6 Punkte, 7:6 Tore)
3. Ecuador (4 Punkte, 3:3 Tore)
4. Honduras (0 Punkte, 1:8 Tore)

Beste Torjäger der Gruppe E: Karim Benzema, Xherdan Shaqiri, Enner Valencia (je 3 Treffer)
Shootingstar der Gruppe: Enner Valencia (Ecuador)
Must-Watch-Moment: Zum ersten Mal in der Geschichte der Fußballweltmeisterschaft wird die Goal Line Technology benutzt, um einen Treffer anzuerkennen (Karim Benzema gegen Honduras).


Wie prognostiziert, wurde ein knapper Sieg der Schweiz gegen Ecuador die Grundlage für den Einzug ins Achtelfinale. Dass diese Partie aber erst mit der letzten Aktion entschieden werden würde, war schlussendlich nur die übliche passende WM-Dramatik. Die Schweizer präsentierten sich in Spiel 1 kämpferisch, wurden in Spiel 2 gegen Frankreich quasi mit Klamotten ohne Vorwarnung in den Pool geschmissen und zeigten sich dann frisch erholt gegen Honduras, die Shaqiri im Alleingang vermöbelte. Mit sieben Treffern zeigten die Schweizer sich in der Vorrunde generell überraschend torgefährlich. Eben dies ging den Ecuadorianern ein bisschen verloren: Außer dem starken Enner Valencia erzielte kein Spieler des Teams auch nur einen Treffer – ausgenommen von Namenskollege Antonio Valencia, der mit einem Tritt Gegenspieler Digne treffen und seine schwache WM mit einer roten Karte krönen durfte. Frankreich erledigte im Vorbeigehen und eindrucksvoll erst Honduras und dann die Schweiz. Zum Abschluss folgte ein lahmes 0:0 gegen Ecuador, deren Zugzwang nicht wirklich auf dem Feld zu erkennen war. Spieler bis dahin war sicherlich Karim Benzema, der vom Pech verfolgt zu sein scheint: Erst wurde ihm das 2:0 gegen Honduras (der Treffer mit Goal-Line-Technology) nicht anerkannt (zurecht, denn es war ein Eigentor von Torhüter Valladares), dann wird ihm ein Tor gegen die Schweiz genommen, da die Partie Sekundenbruchteile zuvor beendet worden war. Statt fünf Buden stehen nun lediglich drei auf dem Konto des Champions-League-Siegers. Die Franzosen zeigten aber Potenzial, um im weiteren Turnierverlauf noch ein oder zwei Gelegenheiten für eine Verbesserung der Quote herausspielen zu können. Honduras verabschiedete sich mit wenig attraktivem Fußball folgerichtig mit 0 Punkten, konnten aber immerhin einen sehenswerten Treffer gegen Ecuador erzielen und entgingen so dem Negativrekord von Bolivien, die bei Weltmeisterschaften (übergreifend) 517 Minuten torlos blieben. Costly erlöste Honduras nach 511.

 

Gruppe F:

1. Argentinien (9 Punkte, 6:3 Tore)
2. Nigeria (4 Punkte, 3:3 Tore)
3. Bosnien-Herzegowina (3 Punkte, 4:4 Tore)
4. Iran (1 Punkte, 1:4 Tore)

Beste Torjäger der Gruppe E: Lionel Messi (4 Treffer)
Shootingstar der Gruppe: Alireza Haghighi (Iran)
Must-Watch-Moment: Lionel Messi zerstört die Hoffnungen der starken Iraner auf ein Unentschieden in der Nachspielzeit des zweiten Spieltages.

Die Argentinier gewannen die Gruppe zwar punktemäßig souverän, jedoch spielerisch nicht besonders überzeugend. Lionel Messi schafft es wie erhofft, im Nationalteam endlich die Impulse zu setzen, die von ihm erwartet werden. Mehr noch: Ohne ihn wäre Argentinien zu diesem Zeitpunkt eventuell nicht einmal mehr dabei. Sein Last-Minute-Tor gegen kämpferische Iraner, sein Doppelpack gegen Nigeria, ganz klar – die Herren Lavezzi, Higuain, Aguero und di Maria – ihres Zeichens ebenfalls ganz nette Angreifer – sollten zulegen, wenn Argentinien in diesem Turnier wirklich viel reißen will. Mit Messi alleine könnte es eng werden. Entgegen meiner Prognose setzte sich überraschend Nigeria durch, die insbesondere von Fehlentscheidungen im zweiten Spiel gegen Bosnien-Herzegowina protestierten und neben Algerien den afrikanischen Kontinent im Achtelfinale repräsentieren dürfen. Auch gegen Argentinien zeigten sie sich kämpferisch, das schwache 0:0 gegen den Iran bedarf jedoch nicht viele Worte der Zusammenfassung. Die Bosnier zeigten, dass es für ein Debüt-Team bei einem derart großen Turnier immer schwer ist. Viel haben sie eigentlich nicht falsch gemacht – knapp verloren gegen Argentinien, sehr unglücklich gegen Nigeria und dann ein überzeugender Sieg gegen defensiv starke Iraner. So schnell kann ein Turnier eben vorbei sein. Die Iraner überzeugten erwartungsgemäß in ihrer Verteidigung um den starken Keeper Haghighi und wohl jeder hätte ihnen den Punkt gegen Messi und Co gegönnt.  Gegen Bosnien konnten sie jedoch nicht mehr für die große Überraschung sorgen. Ich denke manchmal immer noch an Dejagahs Kopfball gegen Argentinien..

Das Achtelfinale

Frankreich – Nigeria
Hier wird der mögliche Viertelfinalgegner für die deutsche Mannschaft ermittelt, sollte diese ins Viertelfinale einziehen. Die Franzosen präsentierten sich stark, es gibt kaum einen Grund, sie nicht als eindeutige Favoriten anzuführen. Die Nigerianer brauchen eine Wiederholung des Kraftaktes, den sie gegen Argentinien ausgepackt haben. Plus ein wenig mehr Glück in der Defensive. In der überragenden Form, die Benzema, Giroud, Valbuena und Co. jedoch in der Vorrunde gezeigt haben, dürfte es schwer werden für die Afrikaner. Frankreich setzt sich in 90 Minuten durch.

Argentinien – Schweiz
Ottmar Hitzfeld ist noch nicht abgetreten! Die Schweiz ist noch am Leben und kann dies gegen Argentinien zeigen. Bisher hat das durchwurschteln des Mitfavoriten dreimal ganz gut funktioniert, spätestens jetzt wird es eine Spur ernster. Es scheint jedoch angesichts des Auftritts der Schweizer gegen Frankreich schwer vorstellbar, dass sie den Gewinner der Südamerika-Qualifikationsgruppe ernsthaft in Schwierigkeit bringen könnten. Zu knapp war der Sieg gegen Ecuador, zu schlecht der dritte Gruppengegner Honduras. Und wenn Messi erst einmal in Fahrt ist, gibt es kein Halten mehr. Messi schießt Argentinien ins Viertelfinale – dort wartet dann Belgien oder die USA.

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