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Allofs auf den Spuren von Lemke

„Die anderen Mannschaften haben es in den eigenen Händen gehabt, die nötigen Punkte zu holen. Aber bisher waren die Bayern immer ein Vorbild, was Professionalität angeht und diese Professionalität sieht man in den letzten Spielen nicht.“ (Klaus Allofs, 17.05.2015, Sport1-Doppelpass)

 

„Ich denke, dass Bayern München das besser kann. Und dass wissen die Bayern auch.“
(Klaus Allofs, 21.05.2015, SID)

 

Ein paar Jahre hat es gebraucht, bis sich Klaus Allofs wieder in diese Position gehievt hat. 2004 hatte er den Rekordmeister Bayern München mit Werder Bremen düpiert, das Double als logische Folge wurde von vielen Fans bejubelt. Die Bremer Macher traten selbstbewusst auf, frech und durchaus provozierend – beziehungsweise war es schlichtweg eine Form des  „dagegenhaltens“ gegen die großen Töne, die aus den Mündern eines Uli Hoeneß oder Karl-Heinz Rummenigge gespuckt kamen.

Tradition verpflichtet

Bereits Willi Lemke wusste sich zu seinen Bremer Zeiten stets zu helfen, wenn er nach kritischem Feedback zum FC Bayern befragt wurde. Er ist seitdem mit Sicherheit nicht der einzige geblieben. Deutlich wird vielmehr: Sobald ein Verein sich, zumindest zeitweise, auf Augenhöhe mit dem FC Bayern wägt, gibt es schnell einen verbalen Schlagabtausch – forciert von Seiten der Medien und freundlich unterstützt durch zahlreiche diskussionswürdige Aussagen insbesondere vom derzeitigen Vorstands-vorsitzenden des FC Bayern in Form von Karl-Heinz Rummenigge.

Nun ist der Rauch des letzten Gefechts zwischen diesem (und Karl Hopfner) mit der Dortmunder Führung in Form von Echte-Liebe-Chef Watzke noch in der Luft, da bahnt sich das nächste Duell an. Denn Allofs schickt sich an, mit seinen wiedererstarkten Wolfsburgern der nächste große Kontrahent der Bayern zu werden. Die Farbe bleibt ähnlich wie früher bei Werder, die finanziellen Mittel dürften sich jedoch mehr als geringfügig unterscheiden.

Das Imageproblem des Vfl Wolfsburg

Die Notwendigkeit für den Angriff ist nicht wirklich gegeben. In dieser Saison gibt es zwischen den Vereinen keinen Wettbewerb mehr. Der VfL Wolfsburg ist von den Niederlagen des FC Bayern, welche insbesondere gegen den FC Augsburg und den SC Freiburg unter doch recht unglücklichen Umständen zustande kamen, nicht betroffen. Und dennoch ist es taktisch ein interessanter Move des Vfl-Managers.

Während der Dortmunder Borussia zum Höhepunkt der Erfolge zahlreiche Sympathien aus dem Lande zuflogen, haben die Wölfe nach wie vor ein Imageproblem. Wolfsburg fehlt es schlichtweg an flächendeckender Sympathie – und auch an einer klaren Kante.

Profil schärfen für die Zukunft?

Auch wenn die Münchner Bayern naturgemäß die Abneigung zahlreicher Fans mit sich ziehen, ist für diese die Wahl zwischen dem Support vom VfL und dem FCB keine, bei der sie glücklich werden können. Kritik in Richtung der Münchner kommt da sehr gelegen – da diese heutzutage innerhalb von Stunden auf sämtlichen Präsenzen veröffentlicht und im Notfall über Wochen breit diskutiert werden kann.

Die eigene Marke wird damit zunehmend profiliert. Ob es den Wölfen wirklich gelingen wird, die Dortmunder Borussia mittelfristig als Nummer 2 in Deutschland wieder abzulösen, wird sich noch zeigen. Der VfL hat zumindest den Vorteil, dass er keinerlei Notwendigkeit besitzt, Starspieler für welches Geld auch immer zu verkaufen. Kevin de Bruyne im Münchner Trikot – das ist zumindest kurzfristig sehr unrealistisch.

Über den Vorwurf gegen die Bayern wurde bereits genug gesagt, als dass es an dieser Stelle nochmal sinnvoll erörtert werden könnte. Dass Klaus Allofs als Manager mit Werder Bremen nach der gewonnenen Meisterschaft 2004 die beiden letzten Saisonspiele gegen Leverkusen (2:6) und Rostock (1:3) ebenfalls unter die Räder kam – vergessen. Schlussendlich ist Fußball eben auch eine Frage des, evtl. sogar unterbewussten, unbedingten Willens. Eigentlich, so könnte man denken, eine schöne Sache, ermöglicht dies eben auch Überraschungen und Wendungen. Aber letztendlich weiß das auch Allofs. Doch er weiß eben auch aus Erfahrung, welche Gelegenheiten man nutzen sollte – vor allem abseits des Platzes.

 

 

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