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Bastian allein in Manchester

Bastian Schweinsteiger ist ein Fußballer, der weltweit Anerkennung erfahren hat. Der so ziemlich alles gewonnen hat, was es im Profifußball zu gewinnen gibt. Und der vor kurzem erst in diesem Blog bei seinem Rücktritt aus der Nationalelf tränenreich verabschiedet wurde. Theoretisch kann er sich also nun zu den anderen Ex-Fußballern gesellen und den Experten geben. In einer Sky Sport Runde mit Michael Ballack zum Beispiel. Oder als zukünftiger Co-Kommentator von Frank Buschmann.

Theoretisch. Denn Schweinsteiger ist, was man dieser Tage gerne vergisst, noch immer aktiver Fußballer. Im Dienst von Manchester United. Dem Klub, den sein Bruder Tobias in seiner Kindheit vergöttert hat und für den dann auch Bastian Sympathien hegte. Bei dem er unter José Mourinho in dieser Saison aufs Abstellgleis geschoben wurde. Bei dem die jüngste Schmach erst neulich folgte, als bekannt wurde: Schweinsteiger ist nicht einmal auf dem offiziellen Mannschaftsfoto.

Bastian lächelt die Untätigkeit weg

Und was macht man als 121-maliger Nationalspieler, Weltmeister, Champions League-Sieger und achtfacher Deutscher Meister bei einer solchen Demütigung? Man lächelt sie weg. Sieht man sich Schweinsteigers Social Media Kanäle an, wirkt er dieser Tage wie ein Edelfan von Manchester United. Eigentlich fehlt nur noch Sir Alex Ferguson an seiner Seite, um diesen Eindruck zu verstärken. Aber fürs Erste genügt auch ein Owen Hargreaves.

Kein Lamentieren, kein Kommentieren. Schweinsteiger besucht die Spiele seines Vereins und postet artig stets ein Foto. Es ist sein Beweis: Ich bin noch ein Angestellter dieses Vereins.

Bastian Schweinsteiger – von Beruf Spaziergänger

Schweini lächelt im Stadion vor sich hin, drückt fleissig die Daumen und postet Fotos vom Fußballspielen eigentlich nur noch, wenn einer der abgebildeten Spieler Geburtstag feiert.

Ansonsten scheint sich Schweinsteiger nämlich geistig bereits auf das Leben nach der Karriere vorzubereiten. Ein wenig durch die Parks von Manchester flanieren, ehemalige Weggefährten treffen, und natürlich noch ein wenig durch die Parks von Manchester flanieren.

Endlich einmal Zeit für sich, Zeit für die müden Knochen. Es wirkt, als mache Schweinsteiger die Degradierung im Spätherbst seiner Karriere nicht allzu viel aus. Wieso auch, unken manche, angesichts der kolportierten 8 Millionen Jahresgehalt, die Manchester ihm noch für zwei weitere Jahre zugesichert hat. Da kann man sich schon einmal den ein oder anderen Schal leisten für eine gemütliche Exkursion in fremde Gefilde.

Trennung wie ein Gentleman

Viel mehr dürfte Schweinsteiger aber ein sauberes Ende von seinem derzeitigen Verein anstreben. Trotz sportlich suboptimalem Start von Mourinhos United scheint eine Rückkehr in das Team für Schweinsteiger unrealistisch. Doch all das kommentiert er nicht.

Ein Aussitzen seines Vertrages würde nicht in zu dem Schweinsteiger passen, den die Fans kennen gelernt haben. Ein Wechsel in die amerikanische MLS, eventuell schon im Winter, gilt als wahrscheinlich.

Auch dort wird es schöne Städte für ruhige Spaziergänge geben. Aber vielleicht darf Bastian dort ja auch wieder ein wenig Fußball spielen. Bis es soweit ist, kann er in Manchester ja noch den weniger erfahrenen Spielern unter die Arme greifen. Also mal abwarten, wann das erste Foto von Schweinsteiger und Mkhitaryan erscheint.

Generell wäre es schön, nicht die komplette Schal- und Mantelkollektion von Bastian Schweinsteiger kennen zu lernen. Und auf welche dummen Ideen untätige Ex-Fussballer kommen können, hat man ja kürzlich erst bei Oliver Kahn erleben können.

3 Kommentare

  1. Pingback: Bastian allein in Manchester | re: Fußball

  2. Es ist eine Frechheit wie „The Special One“ mit einer Fußball-Legende wie Bastian Schweinsteiger umgeht…

    • Definitiv. Der (bisher) ausbleibende Erfolg bei ManU ist auch deswegen doch keine schlechte Sache.
      Wo würdest du ihn gerne nochmal sehen? Ich persönlich fände es ja schön, wenn er doch noch einen anderen Verein in Europa findet…