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Frank Buschmann: Sky sichert sich die Marke „Buschi“

Die Stimme von Frank Buschmann wird vielen Fußballfans im Land seit Jahren vertraut sein – und das, obwohl er in dieser Zeit kaum Fußballspiele kommentiert hat. Zumindest keine in der realen Welt. Seit 2011 ist er jedoch einer von zwei Kommentatoren der Spiele-Reihe FIFA. 2015 hat er dafür von EA Wolf-Christoph Fuss an die Seite gestellt bekommen. Zusammen bilden sie bereits ein schlagfertiges Duo im Spiel. Nun kommentieren beide auch für denselben Fernsehsender, denn Frank Buschmann wechselt zur nächsten Saison zu Sky. Schluss mit Football und Basketball bei ran, lediglich für RTL kommentiert er noch weiter Unterhaltungsformate. Buschi ist in Sachen Sport nun exklusiv bei Sky und wird uns als Bundesliga-Kommentator begegnen.

Jahrzehntelange Erfahrung

Fachlich ist Buschmann über jeden Zweifel erhaben. Der 51-jährige ist seit den 90er Jahren als Sportkommentator tätig und war bereits vorher im Fußballbereich aktiv. So kommentierte für Sport1 (damals DSF) Formate wie Bundesliga Pur. Aufgrund seiner kernigen Sprüche und seiner sichtbaren Begeisterung für den Sport erklomm Buschi schnell Kultstatus unter den Fans.

buschmann

Aufbau der Marke „Buschi“

Während einzelne Spieler ihre abstrus wirkenden Ablösesummen teilweise bereits durch Trikotverkäufe wieder einspielen, hat sich auch im Feld der Kommentatoren etwas hinsichtlich der Bedeutung von Einzelpersonen getan. Stimmen wie die von Bela Rethy, Tom Bartels oder auch Marcel Reif waren und sind den meisten Fußballfans hinlänglich bekannt. Mit Fuss und Buschmann verfügt man aber über zwei Kommentatoren, die diese Bekanntheit für einen weiteren Aufbau ihrer Marke nutzten – auch wenn Buschi über den Begriff nicht begeistert scheint:

Meine Agentur meinte damals sofort, „Mensch, du bist ’ne Marke!“. Meine erste Antwort war: „Geh mir weg mit dem Mist, ich bin keine Marke!“. Mittlerweile kann ich mich natürlich nicht davon freimachen, dass ich als Marke behandelt werde, auch wenn ich mir mit dem Begriff schwertue. Eigentlich bin ich ja nur der Buschi, der macht, was ihm Spaß macht.“

(Frank Buschmann im dwdl.de-Interview)

Understatement für einen, der gerade an seinem zweiten Buch schreibt, eine eigene App entwickelt hat und T-Shirts der eigenen Sprüche verkauft. Mit Buschi.TV verfügt er darüber hinaus über einen eigenen Youtube-Kanal. Während Wolf-Christoph Fuss zumeist über den Fußball kommt – und wenn auch durch einen eigenen, in seiner Qualität fragwürdigen EM-Song, ist Buschmann sportartübergreifend sportverrückt: Sei es Fussball, Basketball oder Football, viele Fans lieben Buschmann für seine emotionale Art. Diese ermöglichte es ihm auch, jedes noch so absurde Spiel bei Schlag den Raab spannend zu gestalten.

Kritik an der Selbstdarstellung

Buschmann ist eine Social-Media-Maschine, ein selbsternannter Junkie, der sich regelmäßig Pausen verordnet. Die letzte verkündete Social Media Pause vom 13. Oktober bis zum 3. November beendete er nach 10 Tagen. Wer kennt es nicht. Während die Facebook-Seite von Fuss seit Jahren inklusive dem Bindestrich-Fehler als „Offizielle Homepage Wolff- Christoph Fuss“ betitelt wird, scheint Buschmann seine äußere Vermarktung an eine geeignete Agentur ausgelagert zu haben – und um die Inhalte kümmert er sich selbst.

Diese hohe Präsenz von Buschi, der neben Sportformaten in den letzten Jahren vermehrt Unterhaltungsformate kommentierte, sorgte natürlich für Reaktanz bei einigen Fans. Zu inszeniert seien einige seiner Sprüche, zu wenig kritikfähig zeige er sich innerhalb der Social Media. Man mag es ihm auch als Authentizität anrechnen, dass er den Dialog mit den Fans sucht. Aus seinen eigenen Posts wird dabei oft klar, dass er selbst noch nach dem perfekten Weg dafür forscht.

Konsequente Kommunikations- und Markenpolitik

Letzten Endes ist Buschis Verhalten konsequent. Er ist einem Großteil der Sportfans bekannt, in mehreren Kanälen präsent und kompetent und deswegen für verschiedene Arbeitgeber interessant. Sky muss nach dem bereits erfolgten Rückzug von Marcel Reif und dem bevorstehenden Ende der Kommentare von Fritz von Thurn und Taxis nach Stimmen suchen, die dem Publikum vertraut sind – und die im besten Fall noch unterhalten.

Mit Buschi kriegt man das zweifelsohne und für Sky ist die Nummer ein guter Deal. Auch Buschi konnte sich nun auf gleich zwei Sender festlegen, um sein Portfolio weiter ausleben zu können. Und auch die Fans können sich freuen: Mit Frank Buschmann zieht ein Kommentator in den Bundesliga-Sender, der auch ein 0:0 zwischen Darmstadt und Ingolstadt unterhaltsam kommentieren kann. Und auf die Kritik kann man mit jenem Zitat von Kommentator Ernst Huberty glänzen, welches auch Fuss regelmäßig zur eigenen Einordnung verwendet:

„Wenn du 50 Prozent der Leute hinter dir hast, machst du einen vernünftigen Job.“