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CL-Finale: Die bestmögliche Geschichte?

AbgestaubtAtlético und Real Madrid haben also ihre Champions-League-Gegner im Halbfinale sauber zerlegt und stehen verdient im Finale. Spätestens nach dem Bayernspiel am Dienstag waren die Sympathien klar verteilt: Atlético sollte das erste Stadtduell in einem Champions-League-Finale verwirklichen. Damit hat man von Seiten der Medien auch einfach eine schöne Story, an der man basteln kann. Doch wäre das nur hier der Fall gewesen? Ein Blick auf die möglichen Finalgeschichten;

FC Chelsea London – Real Madrid

Das wäre ohne Frage ebenfalls ein interessantes Finale gewesen, mit einer ganz klaren Story: Mourinho vs. Real. Nachdem „The Special One“ bei Real Madrid nicht vollends überzeugen konnte, wäre das ein perfektes Spiel für ihn gewesen. Die Pressekonferenz vor dem Finale wäre bereits das erste Highlight geworden. Reals Spieler hätten es ihrem alten Coach sicher auch gerne zeigen wollen, nachdem dieser den Traum der Fans nach „La Decima“ nicht realisieren konnte. Was sich „Mou“ für diesen Fall wohl alles ausgedacht hätte …für außerhalb des Platzes, versteht sich. Denn klar ist auch: Jedes Finale mit Chelsea FC wäre für den neutralen Fan eher furchtbar anzusehen gewesen, hätte einen Jahre altern und Erinnerungen an 2012 hervorrufen lassen. Womit wir beim nächsten Thema wären..

FC Chelsea London – FC Bayern München

Das „Drama Dahoam“ und die alten Rivalen Pep Guardiola vs. José Mourinho – Mehr braucht man eigentlich nicht sagen. Eine Neuauflage des Finals von 2012 hätte eindeutig einen Reiz gehabt. Wie 2005, als der FC Liverpool den AC Mailand nach 0:3-Rückstand noch im Elfmeterschießen bezwang und die Italiener sich zwei Jahre später im Endspiel revanchierten. Kleiner Schönheitsfehler hier: Durch das Finale im Europäischen Supercup letztes Jahr zwischen CL-Sieger Bayern und EL-Sieger Chelsea gab es das Duell seit dem letzten Finalspiel bereits. Andererseits: Soooo viel Charme hatte dieses Supercup-Finale irgendwie nicht. Aber es hat ja auch Chelsea mitgespielt.

FC Bayern München – Atlético Madrid

Sicher das schwierigste Spiel, um leicht eine vernünftige Story zu stricken. Klar, in Spanien würde man insbesondere auf Pep Guardiola abgehen. Der Titelverteidiger gegen ein Team, das eine Wahnsinns-Saison spielt und wahrscheinlich auf einer ähnlichen Euphoriewelle reitet wie letztes Jahr Borussia Dortmund im Wettbewerb. Es wäre jedoch mit Sicherheit ein hochattraktives Fußballspiel geworden (so ganz ohne Chelsea).

Atlético Madrid – Real Madrid

Atlético krönt diese Saison möglicherweise mit dem Double, in der Liga liegen sie schließlich auch noch in Führung. Den direkten Vergleich mit Real dort haben sie gewonnen. Auch die können sich ihrerseits mit dem Double krönen, möglicherweise sogar noch mit dem Triple. Zum ersten Mal nach 12 Jahren steht das Weiße Ballett wieder im Finale, auf der verzweifelten Mission „La Decima“. Und nun kann das vollendet werden. Ausgerechnet im ersten Stadtduell in einem CL-Finale. Ein Triumphzug der Truppe von Trainer Simeone, die gekrönt werden könnte durch einen Sieg gegen den verhassten Stadtkonkurrenten. Das alles noch im portugiesischen Lissabon, beide dürften sich noch recht „heimisch“ fühlen. Es erinnert stark an das Finale der letzten Saison, wo mit Bayern München die etablierte Kraft auf den verdienten Überraschungsfinalisten aus Dortmund traf. Nur, dass es in Spanien eben noch den FC Barcelona gibt, den Atlético bereits galant aus dem Turnier begleitete. Und, dass Dortmund und München eben ein paar hundert Kilometer trennen. Aus neutraler Sicht hätte es kein schöneres Finale geben können.

Vielleicht wechselt Real ja dann einfach Zidane ein. Aus Respekt vor dem letzten CL-Endspiel der Madrilenen:

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