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Gruppe C: La Mannschaft, Shevchenko und Postboten

Kurz & Knapp: Ein paar Infos zu den Gruppen. Nicht zuviele Details, aber ein bisschen Namedropping. Wir haben doch alle keine Zeit. Los geht’s.

Wer ist dabei?

 

GruppeC

 

Wie lief die Quali?

Deutschland ging als Weltmeister selbstbewusst in die Qualifikation – und am Ende ein bisschen weniger selbstbewusst wieder hinaus. Mit lediglich einem Punkt Vorsprung auf Platz 2 war der Gruppensieg ein hartes Stück Arbeit, gegen Schottland (2:1, 3:2) tat man sich schwer, gegen Irland und Polen setzte es Niederlagen. Letztere sind ebenjenes Team, welches nur einen Punkt weniger erzielte als die deutsche Nationalmannschaft – und in der Gruppe gibt es das Duell nun erneut.

Während beide Teams in ihrer Qualifikation Erfahrung mit den Iren machten, können sie bei der EM die Nordiren kennenlernen. Diese holten sich in einer unspektakulären Gruppe (Rumänien, Ungarn, Finnland, Färöer, Griechenland) spektakulär den Gruppensieg. Die Ukraine kann da nicht mithalten, musste sich Spanien und der Slowakei in der Gruppe noch geschlagen geben und gelang erst über den Erfolg gegen Slowenien in den Play-Offs zur Europameisterschaft 2016.

Wie liefen die letzten Tests?

Deutschland ließ auf die Wasserschlacht-Niederlage gegen die Slowakei (1:3) ein glanzloses 2:0 gegen Ungarn folgen. Treu der alten Tradition „Erst im Turnier geht’s richtig los“ hoffen die Fans hierzulande auf eine erneut stark auftretende Mannschaft. Die Tests der polnischen Mannschaft hätten ebenfalls stärker laufen können. Gegen die nicht qualifizierten Niederländer setzte es eine 1:2-Niederlage, das folgende 0:0 gegen Litauen war auch nicht unbedingt prestigebringend.

Selbstvertrauen holen konnte sich Nordirland, die Belarus mit 3:0 besiegten. Auch beim anschließenden 0:0 gegen die Slowakei blieb die erstmals qualifizierte Nation ohne Gegentreffer. Noch überzeugender waren jedoch die Akteure der Ukraine. Bereits im März schlugen sie Zypern und Wales, jetzt ließen sie im Rahmen der Turniervorbereitung Rumänien (4:3) und Albanien (3:1) leer ausgehen.

Players to Watch

Der Fokus vieler Fans wird natürlich auf der deutschen Mannschaft liegen. Bei den anderen Teams tummeln sich aber ebenfalls hochinteressante Spieler. Polen besitzt mit Robert Lewandowski einen der bekanntermaßen besten Stürmer der Welt, immer mehr unterstützt durch den ehemaligen Bundesligaspieler Arkadiusz Milik. Ob der als Wunderkind gefeierte Bartosz Kapustka (19) bereits in diesem Turnier groß auffallen wird, bleibt ebenso abzuwarten wie die für Deutschland anstehenden Auftritte von Leroy Sané (20). Die nordirischen Hoffnungen ruhen auf Torjäger Kyle Lafferty von Norwich City, der in der Qualifikation sieben Mal erfolgreich war. Bei der Ukraine ist natürlich Sturmlegende Andriy Shevchenko wieder mit dabei…diesmal allerdings nur (noch) als Co-Trainer. Während sich im Mittelfeld nach wie vor Anatoliy Tymoshchuk (37) tummelt, könnte ein anderer Akteur der Mannschaft eher für Aufsehen sorgen: Der 20-jährige Mittelfeldakteur Viktor Kovalenko, dem bei Shaktar Donezk diese Saison der Durchbruch gelang.

Fun Facts

Der Nordire Conor Washington ist Stürmer. Und bereits bei der letztem EM lieferte er. Zwar nicht auf dem Platz, aber im Beruf: Washington war damals noch als Postbote tätig. Im Zeitraum 2010 bis 2012 erzielte er für das unterklassige St Ives Town 52 Treffer in 50 Partien. Mit der Unterklasse war es anschließend schnell vorbei, inzwischen spielt Washington bei den Queens Park Rangers. Seine Torquote hat er leider nicht halten können.

Prognose:

Die von Oliver Bierhoff gut geölte Marketing-Maschine Deutschland muss den Gruppensieg als Ziel haben. Dahinter hat Polen die besten Karten auf den zweiten Rang in der Gruppe. Die Ukraine geht jedoch durch die Testspielergebnisse gestärkt ins Turnier, könnte den Polen ein Bein stellen oder zumindest über die neue Regelung mit Gruppendritten ins Achtelfinale einziehen. Nordirland tritt als krasser Aussenseiter an. Alles andere als ein vierter Platz wäre eine große Überraschung.

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