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Gruppe E: Ex-Geheimfavoriten, Verletzungspech und Verbalpotenzial

Kurz & Knapp: Ein paar Infos zu den Gruppen. Nicht zuviele Details, aber ein bisschen Namedropping. Wir haben doch alle keine Zeit. Los geht’s.

Wer ist dabei?

GruppeE

Wie lief die Quali?

2014 wurde Belgien noch derart häufig als Geheimfavorit genannt, dass es so geheim gar nicht mehr war. Inzwischen ist der Hype um das belgische Team ein wenig abgeflaut. Als möglicher Titelkandidat werden sie – in zweiter Reihe – dennoch allzu gerne aufgezählt. Mit Grund: Die Qualifikation absolvierte das Team von Marc Wilmots erneut souverän, gewann die Gruppe mit 23 Zählern vor den Walisern und Bosnien und Herzegowina. Auch das Torverhältnis von 24:5 kann sich sehen lassen. Die Italiener hat dieses Jahr dagegen niemand so richtig auf dem Schirm – dabei blieb die Mannschaft in der Qualifikation – wie übrigens auch schon bei der Qualifikation zur WM 2014 – ungschlagen und verwiesen unter anderem Kroatien und Norwegen auf die Plätze.

Die Iren mussten sich in einer schweren Gruppe Deutschland und Polen geschlagen geben – konnten gegen beide Teams jedoch punkten (gegen Deutschland holten sie sogar 4 Zähler) und sich somit den dritten Rang sichern. In der Relegation gewann die Truppe anschließend gegen Bosnien und Herzegowina. Auch die Schweden mussten den Umweg über die Relegation in Kauf nehmen, nachdem sie klar hinter Österreich und knapp hinter Russland nur Rang 3 der Qualifikationsgruppe erreichen konnten. In der Relegation setzten sie sich im Skandinavien-Duell mit insgesamt 4:3 gegen Dänemark durch.

Wie liefen die letzten Tests?

Belgien hielt sich in der Vorbereitung souverän, wenn auch nicht glanzvoll. Siege gegen Norwegen (3:2) und die Schweiz (2:1) sowie ein Unentschieden gegen Finnland (1:1) standen am Ende als Bilanz. Auch die Italiener suchten sich die Finnen als Testgegner für die Schweden-Partie in der Gruppe, gewannen allerdings mit 2:0. Die Partie gegen Schottland entschieden die Italiener ebenfalls für sich (1:0).

Während die Iren zuerst beim 1:1 im Test gegen die nichtqualifizierten Holländer noch für eine Überraschung sorgen konnten, gab die anschließende 1:2-Niederlage gegen Belarus Grund zum Zweifeln an einem Überleben in der sowieso schon schweren Gruppe. Ähnlich schwer könnten es die Schweden haben, die auf ein 0:0 gegen Slowenien jedoch ein eindrucksvolles 3:0 gegen Wales folgen ließen.

Players to Watch

In der Gruppe gibt es einige der besten Spieler Europas zu sehen – angefangen von Schwedens Superstar Zlatan Ibrahimovic (34) bis zu Belgiens Kevin de Bruyne (24). Während es für Zlatan das letzte große internationale Turnier sein dürfte, steht de Bruyne nach einem guten ersten Jahr bei Manchester City im belgischen Team in der Verantwortung, deren Status als möglichen Mitfavoriten zu untermauern. Dabei helfen kann auch Jordan Lukaku (21), Bruder von Stürmer Romelu und selbst eher in der Defensive aktiv. Bei den Italienern wird interessant sein, ob im Mittelfeld nach verletzungsbedingten Ausfällen und dem Verzicht auf einen Pirlo noch einmal die Stunde der alternden Thiago Motta (33) und Daniele de Rossi (32) schlägt.

Fun Facts

Da kommt mir gerade nichts so richtig in den Sinn. Wie wäre es dann mit der irischen Manchester United-Legende Roy Keane, der inzwischen Co-Trainer von Irland ist? Zumindest das Potenzial für großartige Interviews ist gegeben.

https://www.youtube.com/watch?v=N-X8cjHLB08

Vielleicht ja in einem verbalen Gefecht mit Zlatan Ibrahimovic.

Prognose:

Kaum ein Begriff wird innerhalb von Turnieren so gerne benutzt wie der der Todesgruppe. Ob die Gruppe E tatsächlich die Todesgruppe der Euro ist, bleibt abzuwarten. Hinter großen Namen steht nämlich möglicherweise nicht unbedingt auch die entsprechende spielerische Klasse. Die Italiener müssen einige schwerwiegende Ausfälle auffangen (Verrati, Marchisio) und befinden sich nach wie vor in einem nicht einfachen Umbruch. Ob da Belgien als Auftaktgegner eher hilfreich oder schädlich ist, wird die Partie zeigen. Die Belgier sollten sich in dieser Gruppe durchsetzen, trotz dem empfindlichen Ausfall von Kapitän und Abwehrchef Vincent Kompany. Geht man nach der Weltrangliste, so wären die Belgier sowieso Topfavorit auf den Titel – lediglich Argentinien steht hier noch vor Belgien.

Die Iren, die in dieser Gruppe als klarer Außenseiter erscheinen, könnten überraschen. Im Notfall über einen der Gruppendritten-Plätze. Schwedens Abschneiden ist eng mit der Verfassung von Zlatan Ibrahimovic verbunden. Wenn der Gegner sich zu sehr auf ihn fokussiert, könnten sich Räume für seine Mitspieler öffnen. Insgesamt eine hochinteressante Gruppe, die mit Italien auch ein prominentes Opfer finden könnte. Aus der Erfahrung heraus weiß man aber auch, dass die Italiener nicht unbedingt den glanzvollsten Fußball spielen müssen, um am Ende ganz plötzlich im Finale zu stehen. Die Prognose ist daher auch ein wenig langweilig: Belgien und Italien setzen sich durch.