Artikelformat

Gladbach vs. Schalke: 6 große deutsch-deutschen Duelle

Gladbach gegen Schalke, Schalke gegen Gladbach. Die Europaleague liefert im Achtelfinale ein Top-Duell. Deutsche Fußballfans sind gespalten. Immerhin ein Viertelfinalist aus Deutschland ist durch diese Paarung zwar garantiert. Aber gerade in diesem Jahr, wo der Dauersieger FC Sevilla lieber mit den großen Kids in der Champions League spielt, wäre ja vielleicht auch was mehr drin gewesen, für den Rest.

Es ist nicht das erste „innerdeutsche“ Duell auf internationaler Bühne. Es gab bereits zahlreiche. Wir schauen auf die ersten, jüngsten, willkürlich gepickten Beispiele.

Das erste Duell: 1. FC Köln – Borussia Mönchengladbach (1972/1973)

Das erste Duell zwischen zwei deutschen Teams war direkt ein Knaller. Das Derby. Köln gegen Gladbach. Am Ende setzte sich die Elf aus Gladbach deutlich durch, nach einem 0:0 im Hinspiel in Köln gab es eine deftige 5:0-Reibe für die Kölner im Rückspiel. Während Jupp Heynckes toretechnisch leer ausging, durfte Berti Vogts mit einem seiner wenigen Tore zum Weiterkommen der Borussia beitragen. Im Finale war aber auch für Gladbach Schluss – gegen den FC Liverpool. Fun Fact: Im selben Jahr trafen sich beide Teams im DFB-Pokal-Finale wieder. Gladbach gewann auch diesmal, dank des Treffers in der Verlängerung von Günter Netzer, der sich zuvor selbst eingewechselt hatte.

Das erste Champions League-Duell: Bayern München vs. Dynamo Dresden (1973/1974)

Ein Jahr später folgte das erste Duell zweier deutscher Teams in der Champions League – der damals noch Europapokal der Landesmeister hieß. Zwischen zwei Teams, die technisch gesehen damals in zwei unterschiedlichen Ländern spielten. BRD gegen DDR, Bayern gegen Dresden. Das Spiel wurde heftig politisiert und mündete in zwei torreiche Partien, in denen der FC Bayern sich knapp durchsetzte (4:3, 3:3).

Bildmaterial aus den Spielen. Hinspiel:

Rückspiel (langer Beitrag für Genießer):

Das erste Finale: Gladbach gegen Frankfurt (1979/1980)

Der UEFA-Cup, oder die Europa League, ist für deutsche Teams seit Jahren nur noch bedingt ein guets Pflaster. Das war mal anders. In der Saison 1979/1980 zum Beispiel. Dass der Sieger des Wettbewerbs aus Deutschland kommen würde, stand da bereits nach dem Viertelfinale fest – sämtliche Halbfinal-Teams waren aus Deutschland. Während der VfB Stuttgart gegen Borussia Mönchengladbach ausschied, konnte die Eintracht aus Frankfurt den FC Bayern München eliminieren. Im Finale – damals noch mit Hin- und Rückspiel, siegte Frankfurt nach einer 3:2-Niederlage in Gladbach zuhause mit 1:0 und holte den Pokal. Der einzige internationale Titel bis heute. Das Tor des Tages im Video:

Die Rache der Bayern: Champions League Viertelfinale, Bayern München – 1. FC Kaiserslautern (1998/99)

Die meisten erinnern sich an die Meisterschaft des 1. FC Kaiserslautern in der Saison 1997/1998. Niemals zuvor – oder danach – gelang es einem Aufsteiger, direkt den Titel zu holen. Was weniger im Gedächtnis blieb ist das deutsche Duell in der darauf folgenden Champions League Saison, als Bayern zur großen Rache auffuhr und im Viertelfinale dem 1. FC Kaiserslautern seine Grenzen aufzeigte – nach einem 2:0 und 4:0 war Endstadion für die Lauterer, während Bayerns Weg bis in ein legendäres und traumatisches Finale gegen Manchester United führen sollte (1:2).

Die legendäre Papierkugel: Hamburger SV – Werder Bremen, UEFA-Pokal Halbfinale (2008/2009)

Am nächsten dran an der Partie Schalke-Gladbach ist rein inhaltlich wohl die Begegnung der beiden Nordvereine vor ein paar Jahren. Mit der Begegnung im Halbfinale stand immerhin von vornherein fest: Ein deutsches Team packt das Finale in Istanbul. Nach einem 1:0-Auswärtssieg für den HSV im Hinspiel schien die Finalteilnahme quasi schon gebucht. Doch Werder Bremen gab sich nicht geschlagen und triumphierte in Hamburg – dem vorentscheidenden 3:1 ging dabei eine unmittelbar danach legendäre Papierkugelszene voraus, die zur Ecke führte. Die Story ist fast berühmter als der Ausgang der Saison. Werder Bremen unterlag im Finale Shaktor Donezk nach Verlängerung mit 1:2.

Das CL-Finale: Borussia Dortmund – Bayern München (2012/2013)

Eigentlich war alles schon geplant. Die Dortmunder erzählten Geschichten davon, wie sie nach zwei Meisterschaften 1995 und 1996 die Champions League ein Jahr darauf gewannen. Diese Story sollte sich wiederholen. Man könnte dem FC Bayern die ganze Saison vermiesen, in diesem einen Spiel. Der FC Bayern wiederum war nach zwei Finalniederlagen 2010 und – unvergessen – 2012 in München angeschlagen. Die Dramaturgie des Sports führte beide Teams in einem ausgeglichenen Spiel bis in die 90. Minute, um eine Entscheidung zu erzwingen. Von einem, der im vergangenen Jahr noch Pfiffe über sich ergehen lassen musste, Mitschuld war an der Niederlage gegen Chelsea. Dem danach alles egal sein konnte. Das bisher einzige Finale in der Champions League zwischen zwei deutschen Teams ließ derweil viele Fans hoffen: Beginnt hier eine Ära? Stand heute kann man sagen: Nein.

Ob sich die Begegnung „Schalke – Gladbach“ hier einfügen wird, wird wohl erst der Ablauf des Rückspiels verraten. Nach dem 1:1 aus dem Hinspiel ist zumindest alles bereitet für einen großen Abend…

 

Alle deutsch-deutschen Duelle in europäischen Wettbewerben gibt es übrigens übersichtlich zusammengefasst bei Trainer Baade:

Alle deutsch-deutschen Duelle in allen Europapokalen

Kommentare sind geschlossen.