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Hummels: So könnten die Fans den BVB Millionen kosten

Die börsennotierte Borussia aus Dortmund hat den Wechselwunsch von Mats Hummels zum FC Bayern München nun allen Fans öffentlich mitgeteilt. Aufgrund möglicher Schwankungen bezüglich der Aktie war der BVB nun zu diesem für andere Vereine ungewöhnlichen Schritt gezwungen worden – beim Wechsel von Mario Götze vor 3 Jahren hatte im Nachhinein die Finanzaufsicht geprüft, ob die Borussen ihren Aktionären rechtzeitig von dem bevorstehenden Transfer Meldung gemacht hatten.

Man kann davon ausgehen, dass bei anderen Voraussetzungen bis nach dem DFB-Pokalfinale gewartet worden wäre, um eine Meldung von solcher Brisanz zu veröffentlichen.

Anfeindungen im Netz

Was nun folgte, war die fast schon obligatorische Anfeindung vieler Fans im Netz auf den Seiten von Hummels, wie es sie in den letzten Jahren auch schon bei Manuel Neuer, Mario Götze oder Julian Draxler gegeben hatte. Während in diesen Fällen der Wechsel inklusive Zeitpunkt jedoch bereits perfekt war, gilt es im Falle Hummels noch, eine Einigung zwischen den Vereinen zu finden.

So sehr die Meldung der Borussen nach einem unter Dach und Fach gebrachten Transfer klingt, so muss auch allen Fans klar sein, dass die Chance, dass Hummels noch ein Jahr bei den Borussen verbringt, zumindest vorhanden ist.

Poker auf beiden Seiten möglich

Während die Borussia nun auf das „äußerst werthaltige Angebot“ pocht, werden auch die Bayern sich genau überlegen, wieviel ihnen Hummels für dieses eine Jahr wert ist. Die kolportierten 40 Millionen Euro lägen jenseits jeglicher Summen, die bislang für Spieler mit einem Jahr Vertragslaufzeit ausgegeben wurden und würden Mats Hummels in die Top 5 der Bundesliga-Rekordtransfers hieven.

Ein schmaler Grat für alle Beteiligten. Muten die Bayern Mats Hummels ein weiteres Jahr beim BVB zu – bei dem er seine Meinung möglicherweise noch einmal revidieren könnte (wenn auch unwahrscheinlich)? Riskieren die Dortmunder es, auf 20-30 Millionen Euro zu verzichten, um ihren Kapitän in Lewandowski-Manier bis zum Vertragsende in Dortmund zu behalten?

Die Reaktion der Fans mitentscheidend

Mats Hummels wird nun mit seinen Aussagen konfrontiert, insbesondere bezüglich des Götze-Transfers von vor 3 Jahren. Das ein Mensch mit 27 Jahren eine andere Meinung haben darf als er sie noch mit 24 Jahren hatte – geschenkt. Aussagen von Fußballern gelten für viele Fans für die Ewigkeit, was bei vielen Fußballern dafür sorgt, keinerlei Treueschwüre mehr während ihrer Karriere abzugeben und möglichst emotionsarme, neutrale Interviews zu führen.

Die Dortmunder Fans könnten „Aki“ Watzke und den Borussen einen Bärendienst erweisen, wenn sie Mats Hummels am Sonntag den Empfang bescheren, den viele Fans in den sozialen Netzwerken bereits ankündigen. Von „Hölle“ ist da die Rede, viele äußern die Hoffnung, der Kapitän mache „kein Spiel mehr“ für den BVB.

Pfeifkonzert als Millionengrab

Pfeifkonzerte gegen den eigenen Kapitän könnten die Verhandlungsposition der Dortmunder nachhaltig schwächen – zu unrealistisch erschiene in dem Fall ein reibungsloser Verbleib des Kapitäns für ein weiteres Jahr.

Hummels ist ein Spieler, der in Interviews durchaus anders ist als viele Kollegen – gerne polarisierend, sprachlich intelligent, fast schon ein wenig arrogant. Die Argumente, die für ihn für einen Bayerntransfer stehen, sind allseits bekannt – und durchaus auch akzeptabel. Doch während Watzke auf der BVB-Homepage bereits versucht, die eigenen Fans zu beschwichtigen und dabei gleichzeitig die Pokersituation mit den Bayern offen zu gestalten, könnte der deutsche Rekordmeister bei einem unfreundlichen Empfang von Hummels am Samstag in Dortmund einen Trumpf in der Hand haben, die Ablöse zu drücken.

Dass die generelle Reaktion ob der Verdienste Hummels über die Jahre hinweg beim BVB weiterhin ein großes Diskussionsthema bleiben wird, ist denkbar. Doch auspfeifen können die wütenden Fans ihren Kapitän schließlich auch dann noch, wenn er nicht mehr für ihren Verein spielt.