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Bleibt Mkhytarian – auch ohne Verlängerung?

Bereits seit Wochen wird gemutmaßt, dass es mehrere BVB-Leistungsträger nach der Saison wegziehen könnte. Neben Mats Hummels waren insbesondere die Namen von Henrikh Mkhytarian und dem dauerhaft auf dem Sprungbrett befindlichen Ilkay Gündogan als Abgänge gehandelt worden. BVB-Geschäftsführer Watzke überraschte diesbezüglich aber schon früh mit einem klaren Statement:

„Es ist völlig ausgeschlossen, dass alle drei nächstes Jahr nicht für Borussia Dortmund spielen.“ (Hans-Joachim Watzke)

Der Abgang von Hummels ist inzwischen fix, und auch Gündogans Tendenz ging klar in Richtung Abschied – bis er sich erneut schwer verletzte und damit potentielle Abnehmer verschrecken könnte. Dieses Jahr will der BVB jedoch nicht erneut den Abschied von Gündogan lediglich um ein Jahr herausschieben, indem sie ihm eine Verlängerung um lediglich eine Saison gewähren. Vielmehr drängt man hier auf ein eindeutiges Bekenntnis: Langfristige Verlängerung – oder Abschied. Sollte Gündogan sich trotz seiner schweren Verletzung für den ja offenbar lange schon geplanten nächsten Schritt entscheiden, würde dies im Umkehrschluss bedeuten: Henrikh Mkhytarian muss beim BVB bleiben.

Unter Tuchel aufgeblüht

Galt Mkhytarian in seinen ersten beiden Saisons unter Klopp bereits als hoch veranlagt, gelang es dem 25-Millionen-Euro-Transfer von 2013 erst unter Thomas Tuchel, sein großes Potenzial regelmäßig abzurufen. Vor dem letzten Spieltag liegt er mit 20 Assists nur eine Torvorlage hinter dem Rekord von Kevin de Bruyne aus der letzten Spielzeit (auch wenn er diesen aufgrund einer Gelbsperre nicht mehr einholen kann).

Mit 11 Treffern hat der Armenier zusätzlich seine Abschlussschwäche beseitigt und fiel in dieser Saison bereits mehrfach durch Traumtore auf. Der 27-jährige scheint sich im Kollektiv der Dortmunder richtig wohl zu fühlen. Eine Vertragsverlängerung würde sich also für beide Seiten definitiv anbieten. Doch eines könnte dem im Wege stehen.

„Der berüchtigste Spielerberater der Welt“

So bezeichnete ihn die Rheinische Post Anfang des Jahres, als sie bereits darauf hinwiesen, dass Raiola Juventus Turin in einer italienischen Zeitung eine 50-prozentige Chance auf Mkhytarian im Sommer einräumte. Bei den Klienetn befindet sich Mkhytarian in einer illustren Runde wieder: Raiola berät neben Skandalnudel Mario Balotelli auch Nachwuchsstar Paul Pogba, den belgischen Angreifer Romelu Lukaku sowie natürlich Zlatan Ibrahimovic – dessen Vermarktungsrechte er auch besitzt.

Sechs Mal hat er diesen bereits zu anderen Vereinen transferiert, und Ibrahimovic hat in seiner Biographie hat die Wichtigkeit seines Managers bei der Karriereplanung sehr deutlich aufgezeigt. Raiola gilt als schwierig in Verhandlungen, als Mann, der sehr hoch pokert, um seine Klienten zu besseren Bezügen oder Vereinen zu bekommen. Als Mann, der gerne schonmal öffentlich sagt, Sepp Blatter sei ein „debiler Diktator“ oder Pep Guardiolas idealer Platz wäre „ein Irrenhaus, wo er mit Johan Cruyff Karten spielen kann.“

Knackpunkt Ausstiegsklausel

Im Falle von Henrikh Mkhytarian sieht wohl selbst Mino Raiola derzeit, dass dieser beim BVB momentan am Besten aufgehoben ist. Doch für den Fall der Fälle will er nun wohl eine Ausstiegsklausel in den neuen Vertrag schreiben lassen – etwas, was man in Dortmund seit der Causa Götze mit einem allergischen Zucken kommentiert.

Die Entscheidung soll noch vor dem DFB-Pokalfinale am 21. Mai fallen. Einigen sich die Parteien nicht, müsste Watzke abwägen, was er tut. Ein Abgang von Mkhytarian noch in diesem Sommer erscheint nach dem Transfer von Mats Hummels zumindest unwahrscheinlich.