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Muss Dortmund die Dembélé-Millionen reinvestieren?

Nach dem bevorstehenden Verkauf des Quängelkindes Ousmane Dembélé ist die dringlichste Frage der Sportmedien fünf Tage vor Schließung des Transferfenster: Wen holt der BVB jetzt? Wie geht die Kette weiter, die Paris mit dem Kauf von Neymar ausgelöst hat und die jetzt den BVB erreicht hat?

Die Spuren führen – wie so oft bei der Dortmunder Borussia – nach Frankreich. Vor allem die Namen von Malcom (20, Girondins Bordeaux) und Maxwel Cornet (20, Olympique Lyon) las man in den vergangenen Wochen immer wieder. Laut Bild sind beide Transfers ebenso vom Tisch wie die grundsätzlich grenzdebil wirkende Idee, Julian Draxler könnte seine Zelte in Dortmund aufschlagen. Dessen Beziehung zu vielen Schalker Fans mag nach dem Wechsel zum VfL Wolfsburg nachhaltig gelitten haben, doch betrachtet man allein die Social-Media-Kanäle des Confed-Cup-Kapitäns, wird deutlich, wie sehr seine Markenbildung auf seiner Knappenvergangenheit aufbaut.

Auch die Dortmunder unterliegen dem Neymar-Effekt

Ob es allein ein Medienreflex ist, nach den Dortmunder Verpflichtungen der letzten Jahre u.a. von Aubameyang (AS St. Etienne), Ousmane Dembélé (Stade RenneS) und Dan-Axel Zagadou (Paris St. Germain) die Lösung direkt in Frankreich zu suchen oder es sich dabei um realistische Szenarien handelt, ist noch unklar. Klar ist jedoch: Egal, wen der BVB holen will: So wie die Dortmunder Borussia den Preis bei Dembélé im Wissen um die Neymar-Millionen hochgetrieben hat, so wird das nun auch jeder Verein mit dem BVB tun.

Als Lösung wird nun auch Ajax Amsterdams Kasper Dolberg genannt. Preis: 50 Millionen Euro aufwärts. Für den BVB vielleicht sogar mit einem Extra-Bonus. Es wäre der teuerste Einkauf der Bundesligageschichte.

Wie dringend wird Ersatz benötigt?

Die Frage ist nun: Braucht der BVB Stand Jetzt, fünf Tage vor Schließung des Transferfenster, bei dem aufgehitzten Markt unbedingt einen Dembélé-Ersatz? Oder ist der Kader in der Lage, den Verlust des pubertären aber talentierten Hitzkopfs aufzufangen?

Wäre Marco Reus nicht verletzt, wäre die Antwort leicht gefunden: Man braucht keinen Ersatz! Doch Reus fällt noch den Rest des Jahres aus. Doch auch ansonsten sieht der Kader in der Theorie stark genug aus: André Schürrle, der sich beweisen könnte, der wiedergenesene Mario Götze, Neuzugang Maximilian Philipp sowie Shootingstar Christian Pulisic sind vielversprechende Kandidaten. Bleibt der wechselwillige Emre Mor wider Erwarten in Dortmund und arbeitet an seiner Mentalität, würde sich die Gruppe sogar noch erweitern, und mit Reus wären die Probleme gelöst.

Die Flügel voller Fragezeichen

So gut die Namen klingen, so groß ist doch das Risiko. Götze hat seit über einem Jahr nicht über einen längeren Zeitraum abrufen können und Zyniker sagen, dass diese Zeitspanne im Bezug auf André Schürrle nicht einmal ausreicht. Christian Pulisic hätte mit seinen immer noch 18 Jahren einen enormen Druck, und die Qualitäten von Maximilian Philipp sind auf höchstem Niveau noch nicht bewiesen. Von den Problemen um Emre Mor (Mentalität) und Marco Reus (Verletzungsanfälligkeit) ganz zu schweigen.

Auch bei Neuverpflichtungen wäre das Risiko groß

Doch so klug, wie Watzke und Co sich beim Theater um Dembélé verhalten haben, werden sie auch jetzt sein, sollten horrende Summen für Jungstars aufgerufen werden, die ja nun ebenfalls nicht zwingend Verstärkungen für den BVB sein müssen.

Sollte die Neymar-Kette jedoch eine Fortsetzung finden, gibt es schon bald den nächsten Verein, der sich dieselben Fragen stellen muss – mit noch weniger Zeit. Auch eine derzeit oft geforderte Verkürzung des Transferfensters würde diese Probleme auch nicht beheben. Aber nach vorne verlegen.

 

 

 

 

 

 

 

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