Artikelformat

Der Perfektionist Ralf Rangnick und die Kritik an Leipzigs Nachwuchs

Bei RB Leipzig brodelte es zuletzt ein wenig – nun ist Sportdirektor Ralf Rangnick ausgebrochen. Nach den Verletzungen von Emil Forsberg und Marcel Halstenberg gelang es nicht mehr rechtzeitig auf dem Transfermarkt Ersatz zu beschaffen, sodass mit der kurzfristigen Leihe von Ademola Lookman (ohne Kaufoption) lediglich eine Not-Lösung gelang (inklusive Nebengeräuschen seitens des abgebenden Klubs aus Everton).

Für Rangnick untragbar. Nicht umsonst sticht der Fußballprofessor seit Jahren durch seine Engagements bei Vereinen wie der TSG Hoffenheim oder eben RB Leipzig hervor. Dort, wo einerseits viel Geld zur Verfügung stand oder steht, andererseits aber durch lästige Traditionen keine Alteingesessenen groß dazwischenfunken (Grüße an den Hamburger SV oder Schalke 04). Rangnick braucht die absolute Kontrolle und Planbarkeit. In einem Umfeld wie in Hoffenheim oder Leipzig kann er sich extrem wohl fühlen. Das sei ihm gestattet.

Rangnick explodiert auf der Pressekonferenz

Während seiner nun folgenden Rundum-Kritik an den Scouts des Vereins bekam auch die U19 der Leipziger ihr Fett weg. Gerne hätte Rangnick das Transferproblem elegant mit dem eigenen Vereinsnachwuchs gelöst. Das war scheinbar nicht möglich:

„In Wahrheit müssen wir konstatieren, dass wir die schlechteste U 19 haben seit sechs Jahren, und dass keiner der Spieler in Frage kam, um Forsberg oder Halstenberg auch nur annähernd zu ersetzen.“ (Ralf Rangnick, PK am Freitag, den 02.02.18)

So sehr es die Aufgabe eines Sportdirektors ist, mahnend und korrigierend auf Missstände innerhalb eines Vereins hinzuweisen, so überrascht die deutliche Kritik an so jungen Spielern in aller Öffentlichkeit.

Der richtige Umgang mit jungen Fußballern?

Falls man sich gefragt hat, wie sehr wohl junge Nachwuchsfußballer, noch ohne Profivertrag, oft im Schulstress, unter Druck stehen – als Spieler der U19 von RB Leipzig hat sich dieser gerade potenziert. Kein Platz scheint mehr sicher. Und ganz Fußballdeutschland weiß nun ja auch, was es von dieser Mannschaft zu halten hat. V

on einem Mann wie Ralf Rangnick, der sich 2011 noch selbst wegen eines Burnouts vorübergehend aus dem Geschäft zurückziehen musste, erscheinen diese Aussagen unüberlegt, unprofessionell und empathielos. Die Suche nach der perfekten Kontrolle eines Fußballvereins wird Rangnick niemals aufgeben. Doch dazu gehört auch, sich selbst zu kontrollieren.

Kommentare sind geschlossen.