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Fünf Prognosen zur Rückrunde

Nur noch eine Woche, dann ist es geschafft: Die Winterpause der Bundesliga geht dem Ende entgegen, die Zeit der Phantomschmerzen, die einen jede Woche Samstags um 15.30 Uhr überkommen, scheint vorbei zu sein. Nachdem einige Premier-League- und Copa-del-Rey-Leckerbissen gerade so für das Überleben manischer Fußballfans sorgte, darf man sich nun hoffnungsvoll der Zukunft zuwenden. In der Bundesliga heißt das: Zeit, mal darüber zu reden, was in den nächsten Monaten so passieren könnte.

Prognose 1: Der BVB erreicht den internationalen Wettbewerb

Da hätte nun auch direkt „Champions League“ stehen können, denn trotz aller, den Umständen entsprechend verständlichen Dementi der Borussen bezüglich jeglicher Ambitionen abseits des Abstiegskampfes zeigt die Tabelle doch auch: Nach oben kommen – das kann ganz schnell gehen. Trotz einer desolaten Hinrunde trennt den BVB vom vierten Platz, der die Qualifikation zur Champions League ermöglichen würde, derzeit lediglich 12 Punkte. Die Vorbereitung wird Klopp dazu genutzt haben, die Fitness einiger Leistungsträger wie Hummels und Reus extrem zu fördern. Der Ausfall von Kagawa und Aubameyang zu Rückrundenbeginn ist aushaltbar, Neuzugang Kampl wird dafür wohl direkt von Anfang an zeigen müssen, dass er nicht nur in Österreich zu guten Leistungen fähig ist. Das erste Spiel gegen Leverkusen wird allerdings direkt richtungsweisend für den weiteren Weg. Dennoch lautet die Prognose: Der BVB spielt eine furiose Rückrunde und holt sich noch Platz 4. Klopp feiert mit den Fans und lobt die „wahnsinnige Moral dieser Truppe“.

Prognose 2: Einer der beiden Aufsteiger muss wieder runter

Auch hier spricht die Tabelle derzeit eine andere Sprache: Platz 10 für Paderborn, Platz 11 für die Kölner – beide Aufsteiger können durchaus zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Saison sein. Doch: Bis zum Relegationsrang sind es nur 2 Pünktchen, und dahinter wartet der BVB nur auf den Rückrundenstart. Ausfälle wie der von Duksch sind für Paderborn dazu schwer aufzufangen und auch der Kader des 1. FC Köln kann sich nicht allzu viele Verletzte erlauben, um nicht deutlich an Qualität zu verlieren. Viele der Teams aus der zweiten Tabellenhälfte haben dagegen noch einmal am Kader justiert. Und auch hier verspricht der 18. Spieltag bereits ein Zeichen zu setzen: Paderborn muss nach Mainz (12.), der 1. FC Köln fährt nach Hamburg (14.), wo die Rückbenennung des Stadions derzeit die größte Schlagzeile zu sein scheint. Was einen zur nächsten Prognose führt.

Prognose 3: Der HSV schafft es nicht unten raus

9 Tore in 17 Spielen – mehr muss man zur Offensivkraft der Hamburger nicht sagen. Die dauerhafte Formschwäche von Pierre-Michel Lasogga konnte auch durch Neuzugänge wie Nicolai Müller nicht wettgemacht werden. Nun baggern die Norddeutschen an Leverkusens Drmic, der bereits nach einem halben Jahr über einen Tapetenwechsel nachdenkt. Zumindest ein Leihgeschäft erscheint dabei möglich. Trainer Zinnbauer setzt vermehrt auf junge Spieler und ignoriert „große Namen“ gerne bei fehlender Leistung – ein gutes Zeichen. Doch der Ausfall von Lewis Holtby (Schlüsselbeinbruch) könnte die Hamburger hart treffen, obwohl dem Ex-Schalker in der Hinrunde ebenfalls die ganz großen Momente abhanden gingen. Auf das Auftakspiel gegen die Kölner folgt eine Reise nach Paderborn. Punkte in den beiden Partien sind absolute Pflicht. Doch betrachtet man die Leistung der Hamburger im Jahr 2014, erscheint eine Quittung im Folgejahr nicht gerade unverdient.

Prognose 4: Alex Meier holt sich die Torjägerkanone

Alex Meier im Spitzenfeld der Torjägerliste – das passiert nicht zum ersten Mal. Bereits in der Saison 2012/2013 schoss er sich in der Hinrunde mit elf Treffern auf Rang 2 hinter dem späteren Torschützenkönig Kießling (12 Treffer). Dass es damals insgesamt „nur“ 16 Treffer wurden lag an einer Durststrecke von acht Partien in der Rückrunde. Im offensiven Spiel unter Trainer Thomas Schaaf erscheint das derzeit nur schwer vorstellbar, Meier durfte bereits 13 Mal in dieser Spielzeit einnetzen. Dazu fehlt es Meier schlichtweg an Verfolgern: Mit Arjen Robben steht ein Mittelfeldspieler mit drei Toren Abstand auf Rang 2, fraglich bleibt darüber hinaus, ob Guardiola in der Rückrunde seine Offensivkräfte für die anderen Wettbewerbe ab und an schont. Auch Choupo-Moting (9 Tore), Bellarabi und Okazaki (je 8) wirken derzeit nicht so gefährlich wie die Frankfurter Ikone. Das letzte Mal, dass ein Frankfurter zur Winterpause die Bundesliga-Torschützenliste anführte, ist übrigens gar nicht allzu lang her: In der Saison 2010/2011 ließ Theofanis Gekas auf 14 Treffer in den ersten 17 Begegnungen jedoch in der Rückrunde nur noch zwei weitere folgen. Torschützenkönig wurde Bayerns Mario Gomez (28 Treffer). Passend dazu meinte Meiers Sturmkollege Seferovic neulich: „Ein Bayern-Torschützenkönig wäre langweilig„. Da gilt es doch, die Spannung zu erhalten.

Prognose 5: Augsburg stürzt nicht ab

Platz 6 in der Rückrundentabelle 2013/14, Platz 6 auch in der Hinrunde 2014/15: Die Augsburger haben ein großartiges Kalenderjahr hinter sich. Abgänge wie die von André Hahn konnten aufgefangen werden, unter Trainer Weinzierl erspielt sich das Team weiter munter die Sympathien der Fans. Ob es am Ende der Saison sogar für den internationalen Wettbewerb reicht, bleibt abzuwarten, zumal die Vergangenheit gezeigt hat, dass dieser Wettbewerb für einige Mannschaften auch zu einem Absturz im Ligawettbewerb führen kann (SC Freiburg und Mainz 05 lassen grüßen). Dass die Augsburger Arbeit anerkannt wird zeigt dabei nicht zuletzt der Transfer von Pierre-Emile Höjbjerg, der sich nun abseits von München ein wenig weiterentwickeln soll. Schöpft dieser sein Potenzial in der Zentrale neben FCA-Kapitän Daniel Baier ansatzweise aus, könnte das Spiel der Augsburger davon weiter profitieren. Zum Rückrundenstart geht es allerdings auch hier direkt in die Vollen: Die Augsburger empfangen die siebtplatzierte TSG aus Hoffenheim. Ein Absturz erscheint unwahrscheinlich.

 

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